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Orange Bänke in Osnabrück und Melle

27.11.2025

Ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Gruppe von zwölf Personen mit Regenschirmen und teils orangefarbenen Schals, stehend auf einer Grünfläche neben einer leuchtend orangefarbenen Holzbank; eine Person hält ein Blatt mit der Aufschrift "49. FEMIZID" in den Händen. Im Hintergrund kahler Baum, Büsche, Reklametafel und hellgraues Haus.

In Osnabrück und Melle wurden in dieser Woche zwei orangefarbene Bänke als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen eingeweiht. Die Bänke wurden von in Werkstätten der HHO angefertigt und von den HHO-Frauenbeauftragten gestiftet.
Sie sind Teil der internationalen UN-Kampagne „Orange the World“, die jährlich rund um den 25. November – dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen – auf Gewaltprävention aufmerksam macht.

 Einweihung der Orange Bank im Schinkel

Am 27. November 2025 wurde im Osnabrücker Stadtteil Schinkel eine orange Bank offiziell aufgestellt. Sie befindet sich an der Windthorststraße 3 – in unmittelbarer Nähe des Ortes, an dem im Juni dieses Jahres eine Frau durch die Gewalt ihres ehemaligen Partners ihr Leben verlor.

Angehörige der Verstorbenen waren bei der Einweihung der Bank ebenso anwesend wie Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück Patricia Heller, Mitglieder des Zonta Clubs Westfälischer Friede und eine Delegation der HHO, zu der neben dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Schmidt-Benkwotiz auch die Frauenbeauftragte. „Mit der Bank möchten wir den Blick auf die alltägliche Gewalt gegen Frauen lenken, die oft nicht gesehen wird“, erklärte diese.

Die Bank soll ein Ort des Erinnerns, der Begegnung und des Dialogs sein. Eine kleine Plakette verweist auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016 – ein kostenloses Angebot, das Betroffene rund um die Uhr in 18 Sprachen unterstützt.

Auch Lidia Wübbelmann, Präsidentin des Zonta Clubs Westfälischer Friede, fand klare Worte:
„Der erneute Anstieg der Gewaltzahlen und der weitere Femizid in Osnabrück machen schmerzhaft deutlich, dass Frauen weiterhin nicht sicher sind. Diese Realität dürfen wir nicht hinnehmen. Jede Frau hat ein Recht auf ein Leben ohne Angst.“

Eine Gruppe von acht Personen in dunkler Kleidung steht hinter einer leuchtend orangefarbenen Holzbank. Eine Person hält einen orangefarbenen Regenschirm, eine andere trägt Regenschirme und Taschen. Im Hintergrund eine Rasenfläche, Bäume und ein Werbeschild mit grüner Schrift.
von links nach rechts: Catahrina Grevemeyer (Assistenz der HHO-Frauenbeauftragten), Patricia Heller (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück), Johanna Riemann (HHO-Frauenbeauftragte), Angehörige, Angehörige, Angehöriger, Angehörige, Katharina Pötter (Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück), Lidia Wübbelmann (Präsidentin des Zonta Clubs Osnabrück Westfälischer Friede).
Orange lackierte Bank mit blauer Plakette, darauf weißer Text: "Hier ist kein Platz für Gewalt an Frauen und Mädchen. Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen Tel. 116 016". Logos der Stadt Osnabrück, des Zonta-Clubs und des HHO sind unten aufgeführt. Unscharf im Hintergrund Personenbeine und ein grüner Rasen.
Vier Personen posieren auf und hinter einer leuchtend orangefarbenen Holzbank in einer herbstlichen Parkanlage. Im Hintergrund stehen rotbraune Backsteingebäude mit Solarpanels auf den Dächern, kahlen Bäumen und Büschen sowie gepflasterte Wege. Ein kleines Schild ist an der Bank angebracht.
Die erste Bank wurde am 25.11.2025 vor dem Haupteingang des Christlichen Seniorenstifts in Melle aufgestellt. Auf dem Foto zu sehen sind: Dirk Rotert (Leiteung Christliches Seniorenstift Melle, oben links), Manfred Ende (Leitung der HHO-Werkstatt in Melle, oben rechts), Catharina Grevemeyer (Assistenz der HHO-Frauenbeauftragten, unten links), Susanne Kummerow (HHO-Frauenbeauftragte, unten rechts)
Holzbearbeitungsraum mit Werkbank in der Mitte. Auf der Werkbank liegen massive, runde und halbrunde Holzstücke. Werkzeuge wie Hobel und Hammer liegen daneben. Regale mit Holz und Werkzeug im Hintergrund; an der rechten Wand hängen orange und gelbe Arbeitsjacken.
Die beiden Bänke wurden in HHO-Werkstätten produziert.
Person mit schulterlangem braunem Haar in einem blauen Strickpullover sitzt an einem Schreibtisch und tippt auf einer schwarzen Tastatur vor einem Monitor. Auf dem Bildschirm ist die Webseite "Hier ist kein Platz für Gewalt an Frauen und Mädchen" geöffnet. Text zeigt Telefonnummer für Hilfesuche, daneben gelber Textmarker und Handy. Im Hintergrund Regalfächer, Bücher und ein Fenster.
Die Plaketten wurden am Werkstatt-Standort OSNA-Technik Fledder angefertig.

Erste orange Bänke in Melle aufgestellt

Bereits am 25. November wurden in Melle die erste orangefarbene Bank eingeweiht. Diese wurde am Christlichen Seniorenstift Melle aufgestellt. „Wir freuen uns, dass sie bei uns steht und wir einen guten Platz gefunden haben“, erklärt Einrichtungsleiter Dirk Rotert. "Sowohl viele Senioren als auch Mitarbeiter gehen täglich an der Bank vorbei. Auch die Öffentlichkeit hat hier einen guten Zugang zur Bank“

Warum Orange?

Orange ist die Signalfarbe der weltweiten Kampagne „Orange the World“. Sie steht für ein gewaltfreies Leben für Frauen und Mädchen. Die Fakten machen deutlich, warum diese Aufmerksamkeit notwendig ist: In Deutschland erlebt jede dritte Frau körperliche oder sexuelle Gewalt. Viele Betroffene sprechen nicht darüber – aus Angst, Scham oder fehlenden Unterstützungsstrukturen. Orange Bänke sollen im Alltag auffallen, Gespräche anstoßen und Mut machen, nicht zu schweigen.
Sie sind längst zu einem starken Symbol geworden: Allein in Osnabrück stehen inzwischen über 120 solcher Bänke – ein deutschlandweiter Rekord.

Gemeinsam hinschauen. Gemeinsam handeln.

Der Zonta Club Westfälischer Friede und die HHO freuen sich, dass die neuen Bänke in Osnabrück und Melle öffentlich zugänglich sind. Sie sollen Menschen ermutigen, hinzuschauen, zu unterstützen und aktiv zu werden.