Zum Hauptinhalt springen

Julia Sass' Geschichte

28.02.2026

Erzählt in ihren eigenen Worten

Person in blauer Schürze und gestreiftem Hemd vor einem Regal mit Snackprodukten. Die Person hält eine offene Pappkiste mit mehreren Packungen Salzstangen der Marke "Lorenz". Im Regal sind bunte Snack-Verpackungen sichtbar, darunter Chips und Brezeln.

Jeder Lebensweg ist einzigartig. Julia Sass erzählt hier von ihrem Weg von der Schule ins Arbeitsleben, von Veränderungen, neuen Chancen und ihrer persönlichen Entwicklung.Der folgende Bericht wurde von Julia selbst geschrieben. Wir veröffentlichen ihren Text bewusst in ihrer eigenen Form und Sprache, ohne inhaltliche Änderungen. Denn ihre Erfahrungen, Gedanken und Worte sollen genauso sichtbar werden, wie sie sie selbst erlebt und beschrieben hat.

Person in blauer Schürze und gestreiftem Hemd vor einem Regal mit Snackprodukten. Die Person hält eine offene Pappkiste mit mehreren Packungen Salzstangen der Marke "Lorenz". Im Regal sind bunte Snack-Verpackungen sichtbar, darunter Chips und Brezeln.

Mein Name ist Julia – ich erzähle von meiner Geschichte, meinen Erfahrungen und meiner Entwicklung

Von der Schule zur Arbeit

Nach der Schule bin ich am 01.09.1998 zur Werkstatt in Osnabrück gegangen.
Dort habe ich den Berufsbildungsbereich (BBB) gemacht.
Ich habe in vier Bereichen gearbeitet: Küche, Handarbeit, Holz und Metall.
Ein Jahr später, also 1999, bin ich nach Schledehausen gewechselt.
Dort habe ich bis 2005 gearbeitet.

Umzug und neue Arbeit

Ich bin mit meinem Partner zusammengezogen.
Wir sind in eine Wohnung nach Bad Rothenfelde gezogen.
Dann haben mein Partner und ich in der Werkstatt in Hilter angefangen zu arbeiten.
Dort habe ich bis 2008 gearbeitet.
Aber dann hatte ich die Nase voll und wollte etwas Neues machen.
Ich habe Erfahrung in der Schlosserei gesammelt. Darum habe ich gefragt, ob ich dort arbeiten kann.
Es gab eine Schlosserei, aber sie war zu weit weg für mich.

Mein Start im Praktikum im CAP-Markt

Ich habe vom CAP-Markt gehört.
Dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.
Der Markt hat mir ein Praktikum für vier Wochen angeboten.
So konnte ich schauen, ob die Arbeit zu mir passt. Am Anfang kannte ich mich gar nicht aus.
Ich wusste nicht:
• wie man mit Leergut umgeht
• wie die Kasse funktioniert

• wie man Milch und andere Kühlsachen einräumt
• oder wie die verschiedenen Käsesorten heißen
Das war alles neu für mich.

Meine Zeit im CAP-Markt

Mit der Zeit habe ich viel gelernt.
Im Markt habe ich zum Beispiel an der Kasse gearbeitet.
Ich durfte das machen, weil die Kunden wussten, dass im CAP-Markt Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten.
Ich habe auch viele andere Aufgaben gemacht:
• Ware einräumen
• nachsehen, ob Produkte abgelaufen sind
• Brot einräumen
• beim Brot auch das Ablaufdatum prüfen
Ich habe 15 Jahre im CAP-Markt gearbeitet.
Dann musste der Markt leider schließen.
Am Anfang war ich sehr traurig.
Aber viele Leute haben gesagt: „Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf.“ Und das habe ich auch selbst gemerkt.

Ich stand nicht allein da, meine Inklusionsbegleiterin von Arbeit Inklusiv hat mir geholfen eine neue Arbeitsstelle zu finden.

Meine neue Arbeit im Supermarkt in Bad Rothenfelde

Jetzt arbeite ich in einem Supermarkt – dort, wo ich auch wohne.
Ich bin dort die Einzige mit Handicap.
Weil ich schon 15 Jahre im CAP-Markt gearbeitet habe, habe ich viele Erfahrungen mitgebracht.
Am 13.02.2023 konnte ich im Supermarkt mit einem Praktikum starten.
So konnten alle sehen:
• Ob ich gut in einem Supermarkt arbeiten kann
• Ob die Mitarbeiter mit mir zufrieden sind Ich habe gezeigt, was ich alles kann.

Meine Inklusionsbegleiterin hat mich unterstützt.

Es gab viel Neues zu lernen.
Nach dem Praktikum habe ich dort zum 01.05.2023 einen ausgelagerten Arbeitsplatz bekommen.
Auch jetzt werde ich weiterhin von meiner Inklusionsbegleiterin besucht und unterstützt.

Meine Aufgaben im neuen Supermarkt

Ich mache nicht alles, aber viele wichtige Dinge:
• Ich arbeite nicht an der Kasse
• Ich verkaufe kein frisches Fleisch

Aber ich darf viel selbstständig machen, zum Beispiel:
• neue Ware ins Regal räumen und vorziehen (nach vorne stellen)
• Ware bestellen im Bereich der Chips und Kosmetik
Wenn ich samstags arbeite, dann:
• räume ich die alte Werbung von den Tischen
• lege die neue Werbung auf die Tische
• räume Regale ein
• räume die Arbeitsfläche auf

Alle Kolleginnen und Kollegen sind nett und sie trauen mir viel zu.