10 Jahre WirQuartier
Ein Jubiläum voller Begegnungen, Mut und Miteinander
Am Freitag, den 12. Juni, wurde im WIR‑Quartier ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: 10 Jahre gemeinschaftliches Wohnen, gelebte Inklusion und echtes Miteinander. Zahlreiche Gäste, Unterstützer*innen, Wegbegleiter*innen sowie Bewohner*innen kamen zusammen, um diesen Meilenstein gebührend zu würdigen und um gemeinsam zurück und vor allem nach vorn zu blicken.
Wie alles begann: Eine Idee, die bewegt
In den Redebeiträgen wurde schnell deutlich: Das WirQuartier ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Mut, Engagement und einer klaren Vision.
Thomas Schmidt-Benkowitz, Vorsitzender der Lebenshilfe, erinnerte sich an die Anfänge:
Zwei Eltern stellten sich eine ganz grundlegende Frage: wie können unsere Kinder in Zukunft selbstbestimmt wohnen? Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt ein Projekt, das heute weit über Osnabrück hinausstrahlt.
Mit der HHO, dem Studierendenwerk Osnabrück und weiteren Partnern entstand eine Idee, deren Finanzierung jedoch eine Herausforderung blieb, bis mit der Bohnenkamp-Stiftung ein starker zusätzlicher Partner gewonnen werden konnte.
Ein besonderer Dank galt auch IKEA: Nicht nur die Erstausstattung der Gemeinschaftsräume wurde ermöglicht auch über die Jahre hinweg blieb IKEA ein verlässlicher Partner, der immer wieder unterstützte, wenn Möbel ersetzt werden mussten. Ein schönes Beispiel dafür, wie nachhaltige Partnerschaften wirken.
Ein Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft
Was macht das WirQuartier so besonders?
Für Jörg Richter, Geschäftsleitung der HHO, liegt die Antwort klar auf der Hand:
„Teilhabe im Sinne von gesellschaftlichem Wohnen ist in Deutschland immer noch selten. Hier im WirQuartier wird individuelles Wohnen möglich, verbunden mit einer professionell begleiteten sozialen Einbindung.“
Gerade diese Verbindung aus Selbstständigkeit und Gemeinschaft macht das Quartier zu einem echten Leuchtturmprojekt und zu einem Ort, an dem Inklusion nicht nur gedacht, sondern täglich gelebt wird.
Osnabrück zeigt Haltung
Auch Oberbürgermeisterin Katharina Pötter würdigte die Bedeutung des WirQuartiers für die Stadt:
„Das WirQuartier zeigt, wie Osnabrück tickt: Wir bleiben dran, auch wenn etwas zunächst unmöglich erscheint. Hier entstehen Berührungspunkte, und davon brauchen wir noch viel mehr.“
Ein starkes Statement, das unterstreicht, wie wichtig solche Orte für eine offene und lebendige Stadtgesellschaft sind. Oder anders gesagt: Hier wird Zukunft gemacht, ganz konkret und vor der eigenen Haustür.
Das Herzstück: Gemeinschaft im Alltag
Wie sich das im Alltag anfühlt, machten die Beiträge aus dem Quartier selbst besonders greifbar.
Julia Schilling, die als „Kümmerin“ das Gemeinschaftsleben begleitet und selbst einmal Bewohnerin war, beschreibt ihre Rolle sehr charmant: Sie organisiert das Miteinander auf niedrigschwellige Weise, sie ist Seelsorgerin, Mediatorin und Impulsgeberin zugleich. Eben genau das, was es gerade braucht.
Und Lars Backhaus, Bewohner mit Beeinträchtigung im WirQuartiers, bringt es auf den Punkt:
„Das Tolle ist, dass man ständig mit neuen Menschen zusammenkommt – das hält jung.“
Sein Wunsch für die nächsten zehn Jahre?
Dass sich weiterhin Menschen finden, die das Projekt mit Leidenschaft weitertragen. Ein Wunsch, der gleichzeitig Auftrag ist.
Ein Jubiläum, das verbindet und nach vorn weist
Die Jubiläumsfeier selbst war geprägt von Wertschätzung, lebendigem Austausch und vielen persönlichen Begegnungen. Es wurde gelacht, erinnert und gemeinsam gefeiert, genau so, wie man es sich für ein echtes „WIR“ vorstellt.
Nach zehn Jahren lässt sich sagen:
Das WirQuartier ist weit mehr als ein Wohnprojekt. Es ist ein Ort, an dem gesellschaftlicher Zusammenhalt konkret Gestalt annimmt und der zeigt, was möglich ist, wenn Menschen dranbleiben.
Auf die nächsten zehn Jahre WirQuartier!