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10 Jahre WirQuartier

15.06.2026

Ein Jubiläum voller Begegnungen, Mut und Miteinander

Eine Gruppe von neun Personen steht auf einem gepflasterten Weg vor einem Gebäude mit weißen Wänden. Sie halten gemeinsam eine große Holzattrappe eines Schlüssels mit der Aufschrift „WirQuartier“. Eine Person sitzt im Rollstuhl, trägt ein pinkfarbenes Oberteil und hält den Schlüssel. Im Hintergrund sind grüne Bäume und weitere Häuser erkennbar.

Am Freitag, den 12. Juni, wurde im WIR‑Quartier ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: 10 Jahre gemeinschaftliches Wohnen, gelebte Inklusion und echtes Miteinander. Zahlreiche Gäste, Unterstützer*innen, Wegbegleiter*innen sowie Bewohner*innen kamen zusammen, um diesen Meilenstein gebührend zu würdigen und um gemeinsam zurück und vor allem nach vorn zu blicken.

Wie alles begann: Eine Idee, die bewegt

In den Redebeiträgen wurde schnell deutlich: Das WirQuartier ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Mut, Engagement und einer klaren Vision.

Thomas Schmidt-Benkowitz, Vorsitzender der Lebenshilfe, erinnerte sich an die Anfänge:
Zwei Eltern stellten sich eine ganz grundlegende Frage: wie können unsere Kinder in Zukunft selbstbestimmt wohnen? Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt ein Projekt, das heute weit über Osnabrück hinausstrahlt.

Mit der HHO, dem Studierendenwerk Osnabrück und weiteren Partnern entstand eine Idee, deren Finanzierung jedoch eine Herausforderung blieb, bis mit der Bohnenkamp-Stiftung ein starker zusätzlicher Partner gewonnen werden konnte.

 

Person in einem Rollstuhl mit Mikrofon in der Hand, flankiert von zwei Personen mit Mikrofonen, darunter eine stehende Person im grauen Sakko und eine kniende Person im blauen Anzug. Im Vordergrund stehen unscharf Zuschauer, darunter eine Person im gelben Oberteil. Weiße Zeltplane als Hintergrund, dekoriert mit Blumen auf einem Stehtisch.
Frau mit blondem Haar in grünlich-weißem Pullover spricht in ein Mikrofon, stehend neben einem Mann im Rollstuhl mit grünem Hemd. Im Hintergrund weißer Stehtisch mit Blumenarrangement und pinker Box. Unscharfe Person in gelbem Oberteil im Vordergrund.
Zwei Männer in Anzügen, einer mit Mikrofon, der andere hält ein großes Holzinstrument mit der Aufschrift "WirQuartier". Links und rechts unscharfe Personen, im Hintergrund helle Zeltwand und ein weißer Stehtisch mit Blumendekoration und Getränken.
Eine Gruppe von neun Personen steht auf einem gepflasterten Weg vor einem Gebäude mit weißen Wänden. Sie halten gemeinsam eine große Holzattrappe eines Schlüssels mit der Aufschrift „WirQuartier“. Eine Person sitzt im Rollstuhl, trägt ein pinkfarbenes Oberteil und hält den Schlüssel. Im Hintergrund sind grüne Bäume und weitere Häuser erkennbar.
Polaroid-Fotos von Personen, an dünnen Schnüren aufgehängt, mit kleinen Wäscheklammern befestigt. Die Schnüre sind an Holzblöcken an einer hellen Wand in einem Flur befestigt. Im Hintergrund ein heller Gang mit leuchtendem Notausgangsschild.
Kreisdiagramm mit der Aufschrift „DAS SIND WIR“ in der Mitte, dargestellt auf blauem Hintergrund. Acht gelbe Kreise sind sternförmig mit Gummibändern verbunden, beschriftet mit: „Begegnung auf Augenhöhe“, „Lebendig und Bunt“, „Inklusion“, „Vielfalt“, „Lesen, Brot“, „Nachhaltigkeit“. Rechts Fotos und ein Logo mit blauem Kreis.
Personen unterschiedlicher Altersgruppen in einem hellen Raum, teilweise an Stehtischen stehend, in Gespräch vertieft. Links Glastüren mit Blick nach draußen, rechts ein Buffet mit belegten Brötchen, Obst und Snacks. Wandtafeln mit Logos der „Lebenshilfe“ und einem weiteren Schriftzug „WIR SIND PARTEI“. Deckenprojektor angebracht.
Ein Mann in dunkelblauem Sakko, weißem Hemd und Jeans steht in einem hellen Raum mit Mikrofon in der Hand und spricht; rechts daneben eine Frau mit blonder Frisur in schwarzem Blazer und rotem Oberteil. Im Vordergrund unscharfe Personen, ein gelbes Oberteil sichtbar. Rechts unten eine gelbe Rose in einer Vase.

Ein besonderer Dank galt auch IKEA: Nicht nur die Erstausstattung der Gemeinschaftsräume wurde ermöglicht auch über die Jahre hinweg blieb IKEA ein verlässlicher Partner, der immer wieder unterstützte, wenn Möbel ersetzt werden mussten. Ein schönes Beispiel dafür, wie nachhaltige Partnerschaften wirken.

Ein Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft

Was macht das WirQuartier so besonders?
Für Jörg Richter, Geschäftsleitung der HHO, liegt die Antwort klar auf der Hand:

„Teilhabe im Sinne von gesellschaftlichem Wohnen ist in Deutschland immer noch selten. Hier im WirQuartier wird individuelles Wohnen möglich, verbunden mit einer professionell begleiteten sozialen Einbindung.“

Gerade diese Verbindung aus Selbstständigkeit und Gemeinschaft macht das Quartier zu einem echten Leuchtturmprojekt und zu einem Ort, an dem Inklusion nicht nur gedacht, sondern täglich gelebt wird.

Osnabrück zeigt Haltung

Auch Oberbürgermeisterin Katharina Pötter würdigte die Bedeutung des WirQuartiers für die Stadt:

„Das WirQuartier zeigt, wie Osnabrück tickt: Wir bleiben dran, auch wenn etwas zunächst unmöglich erscheint. Hier entstehen Berührungspunkte, und davon brauchen wir noch viel mehr.“

Ein starkes Statement, das unterstreicht, wie wichtig solche Orte für eine offene und lebendige Stadtgesellschaft sind. Oder anders gesagt: Hier wird Zukunft gemacht, ganz konkret und vor der eigenen Haustür.

Das Herzstück: Gemeinschaft im Alltag

Wie sich das im Alltag anfühlt, machten die Beiträge aus dem Quartier selbst besonders greifbar.

Julia Schilling, die als „Kümmerin“ das Gemeinschaftsleben begleitet und selbst einmal Bewohnerin war, beschreibt ihre Rolle sehr charmant: Sie organisiert das Miteinander auf niedrigschwellige Weise, sie ist Seelsorgerin, Mediatorin und Impulsgeberin zugleich. Eben genau das, was es gerade braucht.

Und Lars Backhaus, Bewohner mit Beeinträchtigung im WirQuartiers, bringt es auf den Punkt:

„Das Tolle ist, dass man ständig mit neuen Menschen zusammenkommt – das hält jung.“

Sein Wunsch für die nächsten zehn Jahre?
Dass sich weiterhin Menschen finden, die das Projekt mit Leidenschaft weitertragen. Ein Wunsch, der gleichzeitig Auftrag ist.

Ein Jubiläum, das verbindet und nach vorn weist

Die Jubiläumsfeier selbst war geprägt von Wertschätzung, lebendigem Austausch und vielen persönlichen Begegnungen. Es wurde gelacht, erinnert und gemeinsam gefeiert, genau so, wie man es sich für ein echtes „WIR“ vorstellt.

Nach zehn Jahren lässt sich sagen:
Das WirQuartier ist weit mehr als ein Wohnprojekt. Es ist ein Ort, an dem gesellschaftlicher Zusammenhalt konkret Gestalt annimmt und der zeigt, was möglich ist, wenn Menschen dranbleiben.

Auf die nächsten zehn Jahre WirQuartier!